Orgeln in Eisenberg

Eisenberg ist reich an Tasteninstrumenten. Nicht nur dass es als Stadt für Klavier- und Cembalobau bekannt wurde, sondern auch besondere Orgeln prägen das Stadtbild. Auf engstem Raum finden sich hier Instrumente aus fast allen Epochen der Orgelbaukunst.

 Das große Orgelsanierungsprojekt in der Stadtkirche hat eine eigene Internetseite bekommen. Die ist aber derzeit stillgelegt und wird voraussichtlich Anfang 2017 wieder neu aufgesetzt. Dort finden Sie dann Bilder, Hintergrundinformationen, Spendenstand und Aktuelles über den Beginn des 1. Bauabschnittes.

Die Donat-Trost-Orgel
der Schlosskirche St. Trinitatis

Oberwerk (C,D-c''')

Qvintadena16'
Principal8'
Offne Flöthe
8'
Grobgedeckt8'
Flöthe travers
8'
Octava4'
Rohr-Flöthe4'
Qvinta3'
Hohlflöthe2'
Mixtur5f

Brustwerk (C,D-c''')

Gedackt
8'
Principal4'
Nachthorn
4'
Spitzflöthe2'
Qvinta
1 1/3'
Sifflet1'
Singend Regal
8'

Pedal (C,D-d')

Sub-Baß
16'
Octav-Baß
8'
Posaunen-Baß
16'
Tromp.-Baß
8'

Spielhilfen: Manualschiebekoppel (OW/BW), Pedalkoppel, Tremulant

Stimmung:
modifiziert mitteltönig (a' = 467 Hz)

"Die Eisenberger Schloßorgel gehört zu den bedeutenden Instrumenten des thüringisch-sächsischen Raumes, nicht zuletzt auch durch die architektonisch kunstvolle Eingliederung in Verbindung mit Altar und Kanzel in dem prunkvollfestlichen Raum" (H. Haupt in "Orgeln in Ost- und Westthüringen", Homburg/Leipzig 1995, S.22).
1683 erbaut von Christoph Donat d.Ä. wurde sie 1733 durch Tobias Heinrich Gottfried Trost, dem berühmtesten Orgelbauer zu Bachs Zeiten, überarbeitet. "Die Trostsche Arbeit nötigt viel Respekt ab, da sich dieser Umbau wesentlich schwieriger gestaltete, als das bei einem Neubau der Fall gewesen wäre. Im Prinzip musste Trost die Orgel fast völlig demontieren und ausbessern bzw. erneuern sowie auch grundlegend verändern" (F. Friedrich in "Die Orgeln von Tobias Heinrich Gottfried Trost", Altenburg 2001, S. 17). Mehr Informationen zur Schlosskirche und ihrer Orgel finden Sie hier.

Führungen:
Auf Anfrage können Führungen (für Gruppen ab 10 Personen) an der historischen Donat-Trost-Orgel vereinbart werden. Die Schlosskirche selbst kostet 2€ Eintritt pro Person - für eine Orgelführung sind darüberhinaus 2€ pro Person üblich. Das Geld wird zur Unterstützung der Kirchenmusik in Eisenberg und/oder des Orgelsanierungsprojektes verwendet. Freundliches Aufrunden sowie Spendenbescheinigungen sind daher möglich.
Je nach musikalischem Interesse und Zeit sind folgende Bausteine inbegriffen und frei kombinierbar
  • Informationen zur Baugeschichte
  • Erklärung der Funktionsweise einer Orgel
  • Die Besonderheit der mitteltönigen Stimmung mit Klangbeispielen (musiktheoretische Grundkenntnisse erforderlich)
  • Vorstellung der einzelnen Register und Klangfarben
  • Musik - Literatur (Orgelwerke des Barock von Bach, Buxtehude, Krebs u.a.)
  • Musik - Improvisation (über gegebene Themen/Lieder)

Das Besichtigen des Spieltisches auf der Empore ist aus technischen Gründen leider nicht möglich (außer am Tag des offenen Denkmals für kleine Gruppen zu max. 12 Personen). Dafür gibt es zur Führung ein Faltblatt mit Bildern, Disposition und ein paar Hintergrundinformationen auf einen Blick. Auch der Kauf von CD-Einspielungen ist möglich.


Die Böhm-Orgel
der Stadtkirche St. Peter

I. Manual (C-g''')

Prinzipal8'
Koppelflöte
8'
Oktave4'
Waldflöte2'
Mixtur4f

II. Manual (C-g''')

Gedackt8'
Blockflöte4'
Prinzipal2'
Tertian 2f
Sifflöte 1'
Krummhorn
8'

Pedal (C-f')

Subbaß16'
Prinzipalbaß
8'
Pommer
8'
Choralbaß
2f
Liebl. Posaune
16'

Spielhilfen: Koppeln (I/II, I/Ped, II/Ped), Tremulant mit regulierbarer Geschwindigkeit

Stimmung: gleichschwebend (a' = 448 Hz)

Passend zum neogotischen Innenraum der Kirche schufen die Gebr. Poppe aus Roda 1884 eine große Orgel mit 26 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Im Laufe der Jahrzehnte war die Orgel allerdings derart marode geworden, dass sie unter Beibehaltung des alten Gehäuses 1977 durch einen Neubau der Firma Böhm aus Gotha ersetzt werden musste. So erklingt heute in der Stadtkirche eine stark neobarock geprägte Orgel mit 16 Registern. Zur Zeit ist ein größeres Orgelsanierungs- und Erweiterungsprojekt geplant - nähere Informationen dazu gibt es auf einer eigenen Internetseite (, die derzeit überarbeitet und daher leider nicht erreichbar ist).

Die Poppe-Orgel
der Saasaer Kirche St. Salvator

Hauptwerk (C-f''')

Principal8'
Viola di Gamba
8'
Bordun
8'
Flauto traverso
8'
Octave4'
Hohlflöte4'
Mixtur4f

Oberwerk (C-f''')

Lieblich Gedackt8'
Salicional8'
Flute d'amour
4'

Pedal (C-d')

Subbaß16'
Principalbaß8'

Spielhilfen: Manualkoppel (HW/OW), Pedalkoppel

Stimmung: gleichschwebend (a' = 443 Hz)

Erbaut 1863 von Karl Ernst Poppe ist die kleine Orgel der Dorfkirche im Eisenberg angeschlossenen Saasa ein schönes Exemplar des mitteldeutschen Orgelbaus der Frühromantik. Ähnliche Instrumente dieser Orgelbauerdynastie stehen auch in Crossen, Hohendorf und Seifartsdorf.
Seit Mitte/Ende letzten Jahrhunderts war sie jedoch so kaputt, dass sie nicht mehr spielbar war - seit 2003 gibt sie dank einiger notdürftiger Reperaturen durch Kantor Sven Werner und Martin Wüst wieder erste Töne von sich, harrt aber noch einer Generalsanierung und umfassenden Restaurierung.

Weitere Instrumente

Die Kirchengemeinde Eisenberg verfügt außerdem noch über einen Weisbrod-Flügel im Luthersaal sowie einen Bechstein-Flügel, ein Ammer-Cembalo und eine Führer-Truhenorgel mit drei Registern in der Kirche.
Dazu können auch der historische Geyer-Flügel in der Schlosskirche und die kleine Böhm-Orgel (4 Register auf 1 Manual mit angehängtem Pedal) im Diakoniezentrum Bethesda genutzt werden.


Für Organistenvertretungen

gibt es hier den Vertretungszettel (hier auch als Word-Dokument). Einfach ausdrucken, ausfüllen, unterschreiben und dann zur BUKAST geben/schicken.


Bildnachweis